Der 9. November, ein denkw??rdiger Tag

Heute am 9. November 2009 j??hrt sich der Tag der Mauer??ffnung zum zwanzigsten Male.?? In s??mtlichen Medien wird dar??ber berichtet, nat??rlich auch online. Ein kurzer Blick zeigt, dass alle Medien auf ihren Homepages diesem Thema mehr oder weniger Platz einr??umen. Sei es wie FAZ.net, die es als Top-Thema pr??sentiert, Spiegel-Online, die es bei einer Nachschau von Anne Wills gestriger Sendung zu diesem Thema belassen oder andere Medien, wie taz.de, welt.de, tagesschau.de oder sueddeutsche.de, die es auf unterschiedlichste Art und Weise aufgreifen. Und das verwundert nat??rlich nicht. Vor zwanzig Jahren geschah etwas, dass man auf keinem Fall voraus sehen konnte – die Mauer fiel. Ein Grund sich zu freuen, er??ffnete doch u.a. dieses Ereignis die M??glichkeit einer Einheit Deutschlands. Ein Grund f??r die Medien von dem Tag und den Feierlichkeiten zu berichten.

Aber der 9. November ist nicht nur der Tag des Mauerfalls. Nach der Einheit Deutschlands entstanden Diskussionen , welchen Tag man denn nun zum Nationalfeiertag, zum Tag der Deutschen Einheit, erheben solle. Man h??tte es bei dem 17. Juni belassen k??nnen, was aber nicht wirklich zur Diskussion stand. Es waren zwei andere Termine – der 3. Oktober, der es letztendlich auch wurde, und der 9. November. Kein anderes Datum repr??sentiert so herausragend die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert wie dieser Novembertag. Er ist mit s??mtlichen politischen Systemen, die Deutschland im Laufe des 20. Jahrhunderts durchlief, verbunden. Am 9. November 1918 verk??ndete Reichskanzler Prinz Max von Baden eigenm??chtig die Abdankung des Deutschen Kaisers, Philipp Scheidemann rief die Republik aus, sp??ter am selben Tage tat dies Karl Liebknecht ebenfalls. Am 9. November versuchten sich ??Hitler, Ludendorff und andere Rechtsextremisten im Putsch gegen die Weimarer Republik. Am 9. November 1938 brannten im nationalsozialistischen Deutschland reichsweit Synagogen, es kam zu gewaltt??tigen Ausschreitungen gegen j??dische Mitb??rger. Ein Datum, das einen Markstein in der Geschichte des Holocaust darstellt. Und letztendlich der 9. November 1989 – die ??ffnung der Berliner Mauer. Der 9. November ist also ein besonderer Tag der deutschen Geschichte, er verdient daher Aufmerksamkeit.

Blickt man unter diesem Aspekt auf die heutige Berichterstattung der online-Medien, dann f??llt auf, dass die Blick auf die Besonderheit dieses Tages meist in die Berichte ??ber die Feierlichkeiten eingeflochten ist. So, als ob es eine Geschichte hin zum Erfolg sei, als ob es doch am Ende immer gut ausgeht. Aber verdient dieser Tag nicht einen anderen Umgang??? Auch einen separaten Blick? All die anderen 9. November sind so unmittelbar mit unserer Gegenwart verkn??pft – sie repr??sentieren die Entwicklungen Deutschlands. Ohne sie keine Teilung, ohne sie keine Einheit. Das heutige Datum steht f??r zwei Weltkriege die von deutschem Boden ausgingen, f??r den Holocaust, f??r ein Kaiserreich, f??r zwei totalit??re Regime und f??r zwei Demokratien. Wir m??ssen uns an unsere Geschichte erinnern, an das „Wo kommen wir her“. Dies erleichtert uns dann auch den Blick auf das „Wo gehen wir hin“. Es lehrt uns viel ??ber uns, aber auch ??ber andere. Denn am 9. November wurde auch immer europ??ische Geschichte geschrieben – und manchmal war sogar die Welt betroffen.

Heute ist ein gutes Datum, um die Geschichte Deutschlands zu reflektieren. Manchmal muss man sich daran erinnern. Da hilft auch die richtige Berichterstattung…

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Eine Antwort zu Der 9. November, ein denkw??rdiger Tag

  1. Anonymous schreibt:

    Da hast Du aber den Robert Blum in Deiner Aufz??hlung vergessen…

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