Das Weinkenner-Vorfinale 2010 – Ein Bericht

Es gibt in der Weinwelt unheimlich viele Wettbewerbe. H??ufig sieht man die kleinen Aufkleber auf den Flaschen,?? Gold in Paris, Silber in Dijon, Gold bei Mundus Vini… Daneben gibt es noch andere Wettbewerbe und Auszeichnungen, Sommeliers werden ausgezeichnet, wie auch manches Weingesch??ft. ??Aber gibt es eigentlich auch solche Wettbewerbe auch f??r die Menschen, die den Winzern, Sommeliers und Weinh??ndlern erst ihre Berufe m??glich machen, also f??r den Weintrinker?
Nat??rlich! Bis letztes Jahr veranstaltete das Weinmagazin VINUM den Degustationswettbewerb Weinchampion, das Magazin „Der Feinschmecker“ richtet j??hrlich?? den Weinkenner-Wettbewerb aus.
Als ich von dem Wettbewerb im Magazin „Der Feinschmecker“ las, dachte ich nicht lange nach und bewarb mich. ??Nach einiger Zeit erhielt ich auf postalischem Wege einen Fragebogen mit 10 Fragen. Diese waren mehr oder weniger kompliziert – galt es doch Fragen zu finden, die nicht unbedingt in Sekundenschnelle per Suchmaschine zu beantworten sind. Fast h??tte ich vergessen diesen abzuschicken, so dass ich ihn am letzten Tag noch schnell per Fax rausschickte.
Wieder verging einige Zeit, dann lag ein Brief des „Feinschmeckers“ im Briefkasten – meine Einladung zum Vorfinale auf dem Weingut Robert Weil. Wow! Ich war gl??cklich. Jetzt hie?? es, sich darauf vorzubereiten, doch wie? In dem Brief war von „praktischen Pr??fungen“ die Rede, also m??glichst viele verschiedene Weine kaufen und probieren. Und sicherlich schadet es auch nicht, sich auch auf theoretischem Gebiet etwas vorzubereiten. Bestimmt soll ein Weinkenner nicht nur ein Weine getrunken haben, sondern auch wissen, was es mit seinem Lieblingsgetr??nk so auf sich hat.

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Am 30.01. war dann das Vorfinale. Endlich mal das Rheingau besuchen, wobei das Wetter einen touristischen Genuss der Region vereitelte. Im Weingut wurden die Teilnehmer begr????t und auf den Verlauf des Tages eingestimmt, das ganze kurz und pr??gnant. Pr??fungen, dann warten auf die Ergebnisse – hierf??r gab es zur ??berbr??ckung eine Suppe und Wein – dann Verk??ndigung der Finalisten. Interessant war, dass insgesamt ??ber 300 Weinliebhaber bei dem Wettbewerb teilgenommen hatten und es zwei Vorfinale gab. Bei unserem waren es eigentlich elf Teilnehmer, zwei sind jedoch (wetterbedingt?) nicht erschienen.
Dann zogen wir in die Vinothek des Weinguts um, ??wo uns sofort deutlich wurde, dass praktische ??bungen eindeutig mit Blindproben verbunden sind. Jeder Vorfinalist erhielt einen Zettel mit zehn zu bew??ltigenden Aufgaben, daneben erwarteten jeden noch drei weitere Pr??fungen, die es separat zu bew??ltigen galt. Neben einigen Wissensfragen (z.B. was ist Erste Lage, was Gro??es Gew??chs oder die Frage nach dem prozentualen Anteil einer Rebsorte mit der Q.b.A.-Wein verschnitten werden darf) mussten unterschiedliche Verkostungsaufgaben gel??st werden. Vier deutsche Weine mussten ihrer Anbauregion zugeordnet werden, Rebsorten bestimmt werden, Qualit??tsstufen erschmeckt, Weine nach Restzuckergehalt sortiert sowie Herkunft, Rebsorte von drei Rotweinen bestimmt werden, dazu eine stimmige Speiseempfehlung. Noch einige andere Aufgaben mussten gel??st werden, so mussten fehlerhafte Eintr??ge einer Weinkarte korrigiert werden, ein Portwein als solcher identifiziert und drei ma??geblich den deutschen Weinbau pr??gende Winzer aus drei verschiedenen Anbaugebieten benannt werden. ??Ich kann nur f??r mich sprechen, ich fand es unheimlich schwierig. Als sich sp??ter herausstellte, dass unter anderem Weine der Rebsorten Domina und Bacchus darunter waren, wie auch der Black Print von Markus Schneider, eine Cuv??e aus sechs verschiedenen Rebsorten, da wurde mir erst recht klar, dass da einige Aufgaben eher in die Kategorie „kaum l??sbar“ geh??rten.
Aber es gab ja auch noch die drei Extraaufgaben. In einer musste man in die Rolle eines Sommeliers schl??pfen – was sich bei der mittlerweile doch ausgepr??gten Nervosit??t als ziemlich kompliziert herausstellte. In einer weiteren Pr??fung mussten drei Weine nach Rebsorte, Herkunft, Alter und Ausbauverfahren eingestuft werden (bei der Aufl??sung kam heraus, dass es drei verschiedene Wei??burgunder von Franz Keller waren – was mich ziemlich verbl??ffte). Als Letztes musste ich im Probierraum des Weingutes unter „Aufsicht“ von Jochen Becker-K??hn drei Weine nach Alter sortieren und die Jahrg??nge einsch??tzen. ??Immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich sich der gleiche Wein in diversen Jahrg??ngen pr??sentieren kann.

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Nach nicht mal zwei Stunden mussten die Aufgaben gel??st sein. Nun hie?? es abwarten und Suppe essen. Nat??rlich tauschten sich alle untereinander aus und es war interessant zu sehen, zu welch unterschiedlichen Einsch??tzungen alle kamen. Ich war in diesem Augenblick gl??cklich das Vorfinale erlebt zu haben, meine Zuversicht schwand aber zunehmend. Besonders nach dem die drei Sonderaufgaben aufgel??st wurden, war das Thema Finale f??r mich erledigt. Dass es sich um Burgundersorten handelte war zu erkennen, auch, dass einer im Stahl, einer im gro??en Holzfass und einer im Barrique ausgebaut wurde. Aber drei Wei??burgunder? Ein Vorfinalist hatte dies sogar in Betracht gezogen. Es breitete sich Hoffnungslosigkeit in mir aus. Immerhin bekam jeder noch ein Glas wunderbar schmeckenden edels????en Riesling aus dem Hause Weil, in meiner Angespanntheit habe ich mir leider nicht gemerkt, um welchen Wein es sich handelte. Dazu erhielt jeder Vorfinalist eine Flasche 2008er Kiedrich Turmberg Riesling Sp??tlese. Ein Pr??sent, ??ber das ich mich noch immer freue.

Wie es bei solchen Veranstaltungen immer ist, gibt es keinen Weg das Ergebnis „human“ zu verk??nden. Also wurden die Namen der Finalisten einfach verlesen – und ich h??rte meinen. Nachdem was mit einer der anwesenden Begleitpersonen sagte, muss ich dabei wohl einen Gesichtsausdruck gemacht haben, der w??rdig war, f??r seine D??mlichkeit ausgezeichnet zu werden. Ich h??tte nie gedacht, dass ich das Finale erreichen w??rde. Und ehrlich, erst als ich vor wenigen Tagen die schriftliche Einladung zum Finale erhielt, glaubte ich es endg??ltig. Sieben Finalteilnehmer werden wir sein und diesmal werden nicht knapp zwei Pr??fungsstunden sein, diesmal sind sechs.

Jetzt bin ich wieder nerv??s und frage mich, wie ich mich auf das Finale vorbereiten kann. ??Ich werde wieder viele Weine kaufen und probieren und wieder die B??cher aus den Regalen holen und lernen. Wow, ich war bei Robert Weil. Und jetzt Brenners Parkhotel Baden-Baden.?? Was zieht man denn da an?

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3 Antworten zu Das Weinkenner-Vorfinale 2010 – Ein Bericht

  1. Anonymous schreibt:

    Es gibt auch eine Meisterschaft der Weinfachberater: http://weinfachberater.der-ultes.de/tag/dm-wfb/;-)Noch mal alles Gute und viel Gl??ck in Baden Baden

  2. Johnk234 schreibt:

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  3. Johnb903 schreibt:

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