Die Pro Wein 2010 – eine kurze Nachlese

Die Pro Wein 2010 ist mittlerweile einige Tage her, allerh??chste Zeit auch mal was dazu zu schreiben. Auf vielen Weinblogs wurde bereits ein Fazit gezogen und dies meist aus berufenerem Munde als meinem. Somit m??chte ich hier keine gro??e Reflexion ??ber den Weinmarkt liefern oder Ausblicke in die Zukunft wagen, sondern nur einige Impressionen wiedergeben.

Nat??rlich stand die Pro Wein 2010 im Schatten von Jahrg??ngen. Der Jahrgang 2009 sorgte bereits seit einigen Monaten f??r Aufsehen – Jahrhundertjahrgang und so. Daher habe ich diverse Weine aus diesem Jahr verkostet, um ein m??glichst breites Bild zu bekommen. Hierbei gab es schon die erste Besonderheit, viele Weing??ter hatten den Jahrgang in Wei?? schon gef??llt, andere brachten noch Fassproben. Nun kann ich gut nachvollziehen, dass man seinen Gutswein fr??h f??llt, um schon einmal den Markt zu beliefern. Dann kann man in Ruhe etwas sp??ter die Ortsweine f??llen und die besten Gew??chse noch sp??ter. Aber bereits im M??rz die komplette Palette zu f??llen, erscheint mir wenig sinnvoll.
Auff??llig war, dass 2009 ein S??ureproblem hat. Viele Weine tun sich schwer, sie sind breit und voll, aber es fehlt ein S??ureger??st. Es befindet sich wohl analytisch genug S??ure in den Weinen,?? geschmacklich kommt diese aber nicht zur Geltung. Nat??rlich kann man dies nicht generalisieren, einige Winzer haben Weine pr??sentiert, da freut man sich schon auf die Flaschen. Anscheinend ist es im gro??en Jahrgang 2009 ??hnlich wie auch in schw??cheren Jahrg??ngen: nur wer vern??nftig arbeitet, erh??lt gro??en Lohn. Wer 2008 zu fr??h die Lese begann, hatte sehr schwache Weine. Wie gro?? 2008er Rieslinge bei sp??terer Ernte werden k??nnen, konnte man bei einigen Winzern auf der Pro Wein 2010 testen.
Meines Erachtens wurde viel zu fr??h ein medialer Rummel um den 2009er Jahrgang gemacht, so dass sicherlich die Erwartungshaltung in einigen F??llen viel zu hoch sein wird.

Der zweite Jahrgang, der auf der Pro Wein 2010 pr??sentiert wurde, war 2007 und betraf Bordeaux. Das genaue Gegenteil von 2009. Ein Jahrgang, der schlechtgeschrieben wurde. Erstmals war Ubifrance Veranstalter der Jahrgangs-Vorstellung der Grands Crus de Bordeaux. Angenehm war, dass man erstmals nicht die Reise zu den Rheinterrassen antreten musste, sondern auf dem Messegel??nde blieb. Eine gro??e Zahl von Bordelaiser Weing??tern pr??sentierte den neuen Jahrgang. Und als vorgezogenes Fazit l??sst sich festhalten: 2007 ist deutlich besser als sein Ruf. Sehr ??berzeugend sind die wei??en Weine aus PessacL??ognan, besonders Pape Clement und Smith Haut Lafitte ragten heraus. Auch deren Rotweine sind ??berdurchschnittlich gut. Generell haben wenige gro??e Namen entt??uscht, am wenigsten ??berzeugten mich in ihrer Gewichtsklasse die Ch??teaus Giscours und Saint-Pierre. Weine von Beychevelle oder du Tertre sind bereits jetzt durch eine ausgepr??gte Frucht wunderbar zu trinken, die Weine von Barton, ob Leoville oder der ??berzeugende Langoa, k??nnen ruhig noch liegen, wie auch Ch??teau Pichon Comtesse de Lalande oder Ch??teau Lynch-Bages.
Das Jahr 2007 war daf??r f??r Sauternes und Barsac gro??artig. Hier braucht man keine gro??en Worte zu verlieren, diese Weine machen richtig Spa??.
Es wurde f??r mich deutlich, dass man ruhig 2007er Bordeaux kaufen sollte. Es ist ein Jahrgang, der absolut solide Weine pr??sentiert, die zu einem mittlerweile recht vern??nftigen Preis zu erwerben sind. Es gilt nat??rlich die alte Regel: in schlechteren Jahrg??ngen gro??e Weine kaufen???

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Leider hatte ich diesmal nur zwei Tage f??r die Pro Wein zur Verf??gung. Der Wein-Blogger-Stammtisch fiel daher f??r mich aus Zeitgr??nden aus. Generell konnte ich nur einen Bruchteil dessen erledigen, was ich mir vorgenommen hatte. So nahm ich die Chance wahr, einige Weine aus der Levante zu verkosten und stellte fest, dass sowohl in Libanon als auch in Israel die Weine immer besser werden. Es lohnt sich diese Regionen im Blick zu behalten. Dies betrifft ebenfalls Portugal, auch wenn man diese Weinbauregion wohl kaum noch zu den eher unbekannteren z??hlen kann. Neben fantastischen Portweinen habe ich faszinierende Wei??- und Rotweine verkostet. Sehr gut gefielen die Quinta do Passadouro und die Pintas Weine von Wine&Soul. Besonders letztere – ganz gleich ob Rotwein oder Vintage Port.

Sch??n war es, wieder ein Mal bekannte Gesichter zu sehen ??und ganz besonders so manchen Weinblogger mal in real life zu treffen. Besonders gelungen war dies bei Patrick Johner, da man so auch gleich das gro??e Programm der beeindruckenden johnerschen Weine verkosten konnte. Ich glaube, g??be es einen Preis f??r die breiteste Produktpalette auf der Pro Wein, das Weingut Johner h??tte diesen locker gewonnen. Neben den mir bereits bekannten badischen Weinen, war es ein Vergn??gen, die unz??hligen neuseel??ndischen einmal zu probieren.
Ein weiteres Highlight waren die Maximin Gr??nhaus Weine. Neben den aktuellen Weinen, die durch die Bank weg ??berzeugten, gab es noch zwei Rieslinge von 1990 zu verkosten. Nie und nimmer h??tte ich den 1990er Riesling Kabinett trocken f??r 20 Jahre alt gehalten. Reife ohne Petrol, dabei unheimlich expressiv und auf der Zunge noch richtig frisch. Sehr, sehr gut!

Das absolute Highlight der Pro Wein 2010 waren nat??rlich die Au Bon Climat Weine von Jim Clendenen. Wieder einmal ??berw??ltigten sie mich. Ich kann nur jedem dazu raten, wenn sich die Gelegenheit bietet, unbedingt diese Weine zu probieren. Diese Weine sind absolute Weltspitze, danach kommt nicht mehr viel. Daher schlie??e ich jetzt auch meinen Bericht, in der Hoffnung, n??chstes Jahr wieder mit ABC zusammenzutreffen.

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