#twv – Die Twitterweinverkostung 6.2 – Manchmal ist ein Fass im Weg

Heute kam das neue #twv-Paket an, da fiel mir auf, dass ich gar nichts zur letzten Twitter-Weinverkostung geschrieben habe. Das wollte ich nun noch in aller Kürze nachholen.

Sinn und Zweck einer Twitterweinverkostung ist es, seinen Wein in eine kleine Öffentlichkeit zu stellen und sich von dieser besprechen zu lassen. Dies ist im Regelfall eine witzige Werbeidee, die so gut wie nichts kostet.  So war es bisher immer ein lustiges Vergnügen eine Flasche Wein aufzumachen und einen Montagabend damit zu verbringen, mehr oder weniger von dieser Flasche zu trinken und seine Kommentare via Twitter zu posten. Mir ging dies bisher auch so. Am nächsten Tag nahm ich dann immer die Zeit noch einen kleinen Blogartikel zu verfassen. Doch bei der letzten #twv war dies anders. Der Wein sagte vielen Weintwitteren nicht zu, man sagte er brauche mehr Luft und Zeit. Was schreibt man zu einem Wein, der einen nicht überzeugt hat? Man will jetzt auch nicht draufhauen, aber man soll ja auch nicht nichts sagen. Am besten das schreiben, was einem gestört hat.

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Der Wein, der 2007er Spätburgunder trocken im Barrique gereift von Karlo Dillmann, hatte zwei große Probleme: Holz und Alkohol. Die Holznoten übertönten leider die komplette Aromatik, die man bei einem Spätburgunder vorfinden kann. Mit ganz viel Luft zeigten sie sich nach ein paar Tagen Wartezeit, doch nur zögerlich und noch immer dick in Holz eingepackt. Daneben waren dies keine angenehmen Barriquenoten, ich denke, es handelte sich hierbei nicht um die qualitativ hochwertigsten Fässer (welche ja auch erheblich teurer sind und daher nicht immer finanziell zu stemmen sind – zwischen einfachen Fässern aus slowenischer Eiche und hochwertigen Fässern aus französischer Eiche liegen viele hunderte Euro pro Fass).  Der Barriqueausbau tat diesem Wein nicht gut. Nicht jeder Wein gehört ins Fass, diesem war es im Weg.
Das zweite Problem war der Alkohol. Mit 14% schon etwas mehr, doch noch im oberen Rahmen. Was interessiert auch die analytische Zahl, wenn man den Alkohol nicht wahrnimmt. Mir geht das zumindest so – ich trinke Wein aufgrund seines Geschmacks und nicht weil er alkoholarm oder alkoholreich ist. Dann sollte man direkt nur Wasser trinken. Das Problem hier war, dass der Alkohol schon direkt beim riechen Hand in Hand mit dem Holz in die Nase einzog. Er roch brandig. Und dies verflog auch nicht mit der Zeit. Auch geschmacklich war er wahrzunehmen – schade.
Am nächsten Tag kamen dann etwas rote Beeren und eine leichte Kirsche zum Vorschein, doch nicht stark genug, um ein harmonisches Bild abzugeben. Weniger spürbaren Alkohol hätte ich mir gewünscht und entweder sehr gute Fässer oder überhaupt kein Barriqueausbau.
Der Winzer wies darauf hin, dass der Wein nach ein paar Jahre liegen müsse, um seine trinkreife zu erreichen. Mag sein, auch wenn ich dies nicht glaube. Wenn ein Wein auf diese Art unausgewogen ist, dann hilft leider auch keine Lagerzeit. Aber gerne lasse ich mich eines Besseren belehren. Vielleicht das Risiko wagen und den Wein in zwei Jahren noch einmal bei einer #twv einreichen?

 

Links:

Weingut:
http://www.weingut-dillmann.de

Weitere Blogs zur #twv 6.2:
http://donsimons.blogspot.com/search/label/%23twv%20Twitterweinverkostung

http://www.weinspion.de/2010/03/2007-spaetburgunder-trocken-karlo-dillmann-rh…

 

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