Levante, MWs und mehr – Ein persönlicher Rückblick auf die ProWein

Was kann man schon über die ProWein sagen, eine Messe, die an drei Tagen kaum zul??sst, sich auch nur einem Bruchteil der Möglichkeiten zu widmen. Ein Fazit kann immer nur ein subjektives sein. Daher hier der Blick aus meiner Warte, auf meine Erlebnisse:

Noch nie habe ich mich auf der ProWein so wenig dem deutschen Wein gewidmet, wie in diesem Jahr. Das was ich verkostet habe, war schwankend – 2010 war weder eine Katastrophe, noch ein Jahr, das generell eine Segnung war. Die Basisrieslinge sind deutlich von der Säure geprägt, eine Frucht manchmal kaum zu finden. Meist unschön. Aber schon bei etwas besseren Qualitäten beginnt der Jahrgang recht schöne bis hin zu großartigen Rieslingen hervorzubringen. Hier schmeckt man die Reife des Lesegutes gepaart mit einer Säurestruktur, die 2009 manchmal fehlte. Bei den Burgunderrebsorten ist die Säure richtig belebend, die Weine wirken nicht so breit. Die machten weitgehend Hoffnung.
Aber Deutschland spielte ja auf „meiner“ ProWein nur eine mäßige Rolle. Ausgiebiger widmete ich mich den Weinen der Levante. Wie jedes Jahr überzeugten die Weine von Clos St. Thomas aus dem Libanon. Sehr gute Qualität zu moderaten Preisen. Dieses Jahr konnte man dazu noch die Weine der berühmtesten libanesischen Kellerei am FEINSCHMECKER-Stand verkosten: Chateau Musar. Ich war mir nicht bewusst, dass dieses Weingut sogar Weißwein keltert – was aber auch nicht verwunderlich ist, bekommt man die Weine von Chateau Musar ausgesprochen selten in Deutschland.

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Da der Libanon an Israel grenzt, ist es naheliegend, auch deren Weine zu verkosten. Die Qualitäten waren durch die Bank ordentlich, meist etwas eingekocht und marmeladig in der Stilistik. Wer fette Weine mag, fühlt sich hier wohl. Natürlich kann man dies nicht verallgemeinern. Die Weine des Weinguts Margalit zum Beispiel haben mich sehr beeindruckt. Neben der Topcuvée Enigma besonders der Cabernet Franc. Keine unreifen Paprikanoten, klassische Frucht mit etwas Graphit – sortentypisch. Doch musste ich später feststellen, dass diese Weine leider unheimlich teuer sind. Und das ist nicht gerechtfertigt.
Die größte ??berraschung bot die Türkei. Zugegeben, die Basisweine taugten alle nicht sehr viel. Aber was in der Spitzenqualität aus autochthonen türkischen Rebsorten – in diesem Fall Öküzgözü und Bogazkere – für Weine entstehen, das hat mich beeindruckt. Schwer, dunkelbeerig und unheimlich eigenst??ndig. Kayra ist ein Name, den man sich merken sollte.

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Neben den Verkostungen bei Winzern habe ich dieses Jahr auch einmal Veranstaltungen besucht. Dies zu tun ist eigentlich Wahnsinn, man verliert dabei so viel Zeit, man kann sie nicht mehr aufholen – so habe ich es nicht einmal geschafft, eine der vielen Weinbloggerveranstaltungen zu besuchen. Interessant waren zwei geleitete Verkostungen. Der Master of Wine Markus del Monego präsentierte Weine Südfrankreichs. Außerdem besuchte ich die Verkostung von Master Sommelier Hendrik Thoma zum Thema Beaujolais. Während Markus del Monego klassisch im Stile eines Sommeliers die Weine vorstellte, sie immer wieder in Verbindung mit Speisen brachte, die blumige Sprache die er nutzte, das war sehr klassisch. Hendrik Thoma dagegen ging bei seiner Präsentation deutlich stärker auf die Region ein und nutzte Weine eher als Beispiele. Er versuchte eher eine andere Sprache, als die des Sommeliers zu nutzen. Er versuchte stärker mit Humor und „Lockerheit“ die Weine zu beschreiben. Thomas Stil war sehr von der Web-Welt geprägt. Zwei sehr unterschiedliche Präsentationsformen, die zeigen, wie vielschichtig Wein vermittelt werden kann.

Die Veranstaltung, die aber den nachhaltigsten Eindruck hinterließ, war eine „Schnupper“-Masterclass des Institute of Masters of Wine. Während eineinhalb Stunden wurde eine etwas eingedampfte Master of Wine-Verkostungsabschlussprüfung durchgeführt. Es nötigt einem noch mehr Respekt ab, wenn man quasi erlebt hat, wie hart die Prüfung ist. Ein guter Sensoriker zu sein reicht nicht, es braucht dazu ein breites Wissen, dass man für die Analyse der Weine abrufen muss. Nach einer solchen Masterclass ist man ausgesprochen beeindruckt. Mein ProWein-Highlight.

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Die vielleicht längste Veranstaltung während der ProWein gehört überhaupt nicht zu dieser Messe, sondern findet nur parallel statt. 5 Stunden hatte man – bei separater Anmeldung bei UbiFrance – die Möglichkeit, die Weine der Union des Grand Cru de Bordeaux zu des Jahrgangs 2008 zu verkosten. Hierzu an anderer Stelle mehr – nur so viel sei gesagt, es scheint, folgt man zumindest Robert Parker James Suckling und Co, nur noch große oder schlechte Jahrgänge zu geben. Das stimmt aber nicht, 2008 ist einfach nur durchschnittlich.

Ach ja und zu guter Letzt: Da gab es noch den Winepunk… Yeah!

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Eine Antwort zu Levante, MWs und mehr – Ein persönlicher Rückblick auf die ProWein

  1. Victory40590343 schreibt:

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