Saint-Véran – Das unbekanntere Burgund

Wenn der Name Burgund ins Gespräch kommt, dann denken viele an hohe Preise. Die Vielfalt Burgunds ist den meisten Menschen nicht bewusst. Neben den berühmten Lagen der Côte de Nuits und Côte de Beaune  gibt es viele Gebiete und Weine, die sehr gute Qualität bieten und noch bezahlbar sind.
Im Süden des Burgund befindet sich das Maconnais. Die Weißweine dieser Region sind häufig nicht uninteressant, besonders dann, wenn es sich nicht um einen AOC Mâcon handelt, sondern es sich um eine der kleineren AOCs dreht. Neben dem berühmteren Puilly Fuissé existieren noch andere, z.B. Saint-Véran.
Die 1971 gegründete Appelation ist nur für Weißweine der Rebsorte Chardonnay gültig. Sie liegt genaugenommen zwischen dem Mâconnais und dem Beaujolais, ein Gebiet, dessen Weine früher als Beaujolais Blanc klassifiziert waren. Das Klima der Region ist nicht so kühl kontinental wie das der nördlichen Appelationen des Burgunds. Die Sommer sind wärmer, die Winter milder, es gibt deutlich weniger Frost und Regen. Dies spiegelt sich auch in der Stilistik der Weine wieder.
Die Böden variieren von Kalkstein in den mehr nördlichen Gebieten hin zu den  im Süden vorherrschenden mit Kalkstein versetzten, eher roten sandigen Böden, wie sie auch im Beaujolais anzutreffen sind.
Typisch für die Weine dieser südlichen Region des Burgunds ist, dass sie weniger Säure und eine reifere Frucht mitbringen, als es für Vertreter der nördlichen Regionen des Burgunds üblich ist. Es fehlt ihnen im Vergleich häufig auch an Komplexität. Es lohnt sich daher, Weine aus dem Mâconnais auf der Agenda zu haben. 

Bild des besprochenen Saint-Véran

Foto: P.Jakob

Der Saint-Véran „La Grande Bruyère“ 2007 der Domaine de la Croix Senaillet zeigt sich mit einem hellen Strohgelb im Glas. Eine erste Reife ist ersichtlich.
In der Nase Noten von reifer Birne, etwas Gelbfrucht, gekochte Ananas, etwas Grapefruit. Leichte Reifenoten, nussig, mandelige Aromen, dazu leichte Kräuteraromen und etwas Holz. Es wird deutlich, dass dieser Wein bereits ein gewisses Reifestadium erreicht hat. Dies ist nicht negativ, im Gegenteil. Er erhält dadurch eine höhere Komplexität.
Am Gaumen zeigt er sich nur dezent gereift. Gelbfrucht, Birne und Mandelnoten, auch etwas Kräuterwürze. Die Säure ist noch immer frisch – typisch für den Jahrgang – und gut eingebunden. Der Wein ist gut balanciert, die Säure, Cremigkeit und der für diese Klimaregion typisch etwas voller Körper ergeben ein sehr harmonisches Gesamtbild. Ein Wein, den man auf der Agenda haben sollte. Er ist ein durchaus komplexer Weißwein des Burgunds, der zeigt, dass auch wirklich gute Weine im Burgund erzeugt werden, die nicht ein Vermögen kosten.

Erhältlich u.a. bei Stute Wein & Sekt für 15,50 €

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