Etwas über Wein – Lektüreempfehlungen

Leider komme ich im Moment einfach nicht dazu, einen neuen interessanten Artikel zu verfassen. Ich habe zwar genug Ideen, es fehlt einfach an der Zeit. Daher möchte ich an dieser Stelle drei Artikel empfehlen, die mir in letzter Zeit auffielen und die ich für absolut lesenswert halte.

Der erste Artikel ist schon etwas älter, er wurde 2007 von Richard E. Quandt im Journal of Wine Economics veröffentlicht. Quandt greift hier eine Idee des emeritierten Princeton Professors Harry G. Frankfurt auf und beschäftigt sich mit der Rolle von bullshit beim Thema Wein, speziell in der Beschreibung von Weinen. Wirklich lesenswert.

http://www.wine-economics.org/aawe/wp-content/uploads/2012/10/Vol.2-No.2-2007-Some-New-Software.pdf

 

Der zweite Artikel erschien im Juni diesen Jahres im „The Observer“. Wie schon der Titel „Wine-tasting: it’s junk science“ verrät, geht es in dem Artikel um Weinverkosten bzw. die Grenzen des Verkostens. Ebenfalls sehr lesenswert!

http://www.theguardian.com/lifeandstyle/2013/jun/23/wine-tasting-junk-science-analysis

 

Die letzte Empfehlung ist ein Interview, das Axel Biesler für die Vinum mit dem Bremer Neurobiologen Gerhard Roth führte. Es passt wunderbar zu den beiden Artikeln. Es geht nicht nur um Objektivität und die Komplexität von Wahrnehmung. Als Beleg nur ein kleines Zitat: „Viele solche Publikationen sind stark interessegeleitet, aus Wichtigtuerei oder aus kommerziellen Beweggründen. Es wäre interessant, objektivere Weinführer anzubieten – vielleicht gibt es sie ja sogar. Leider höre ich aber immer nur von spektakulären Fehlentscheidungen so genannter Experten, wenn sie nicht gewusst haben, welchen Wein sie vor sich hatten. Für Kunstexperten gilt übrigens das Gleiche – das sind in aller Regel Wichtigtuer, wie die jüngsten Skandale zeigen.“

http://diewein.com/?p=922

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Eine Antwort zu Etwas über Wein – Lektüreempfehlungen

  1. Truman schreibt:

    Ich bin sicher kein Wein-Professional, nur mir fallen Facts auf, die sich in den letzten 30 Jahren grundlegend geändert haben:

    1) Von deutschem Weisswein bekam ich vor 25 Jahren Sodbrennen, egal was das für eine Flasche war, mein Vater genau so. Die Erklärung habe ich mal bei GEO gelesen, damit die gesüssten deutschen Weine nicht wieder in der Flasche anfangen zu gären, muss Chemie zugesetzt werden, die bei Menschen mit empfindlichen Mägen zu Problemen führt. Bei italienischen Weissweinen (Vernaccia di San Gimignano) war das nicht der Fall. Das ist vorbei, die Chemie ist heute in Deutschland besser geworden.

    2) Wenn man vor 30 Jahren eine Flasche Wein offen stehen liess, wurde aus dem Wein Essig. Diese Zeiten sind vorbei, heute gibt es einen Oxidationsgeschmack nach Sherry und Vin Santo, Essig wird aus Wein nimmer! Das ist vorbei, die Chemie ist heute besser und mehr geworden. Wenn man vor 30 Jahren in einer deutschen Pizzeria ein offenes Glas Wein bestellte, hatte das in aller Regel einen Essigstich. Vorbei, das war einmal!

    3) Vor dreissig Jahren hatte der Begriff „Terroir“ noch eine Daseinsberechtigung, Brunellos aus Montalcino schmeckten so, wie die Landschaft da aussieht, leicht irdern-tonig, genau wie Frankenweine im Bocksbeutel. Vernaccias aus San Gimignano hatten manchmal wirklich einen Feuersteingout und manche Valpolicellas einen leichten Duft nach Mandeln. Alles vorbei und vergessen. Ich kenne keinen einzigen Hersteller mehr, dessen Wein noch so schmeckt wie damals. Spätestens seit der Einführung des Barriques wurde alles plattgewalzt an Individualität. Inzwischen sind die schrillsten Barrique-Kreationen wieder verschwunden, aber zu den alten Geschmäckern ist man nicht zurückgekehrt, alles nur noch Mainstream. Eigentlich Schade!

    Vielleicht wirft mir nun irgendwer vor, mit zunehmendem Alter auf der Zunge erblindet zu sein, aber die ersten beiden Ziffern 1) und 2) sind davon unberührt, selbst wenn es denn so wäre. Ansonsten lasse ich mir gerne einen Hersteller benennen, bei dem die genannten Weine noch die genannten Kennzeichen haben, ich weiss keinen.

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